Wenn „Mann“ zu früh kommt: Neues Arzneimittel zugelassen

Ejaculatio praecox, der vorzeitige Samenerguss, dürfte die häufigste sexuelle Störung bei Männern sein und betrifft alle Altersgruppen. Ein neu zugelassenes Medikament zur Therapie klingt vielversprechend. Doch Vorsicht ist angebracht: Es gibt bereits Angebote, das neu zugelassene Medikament aus dem Internet zu beziehen. Doch fast immer handelt es sich um Fälschungen, die entweder nicht wirken oder aber gefährliche Komplikationen auslösen können!
Autor: Christian M. Kreuziger


„Dapoxetin“ heißt der Wirkstoff, der seit April 2009 in Österreich als Medikament zur Behandlung von Ejaculatio praecox, dem vorzeitigen Samenerguss, zugelassen ist. Das Medikament ist ein sogenannter „kurzwirksamer, selektiver Serotonin-Reuptakehemmer“ (SSRI) und wird ein bis drei Stunden vor dem geplanten Liebesakt eingenommen. Durch die rasche Wirkung und den schnellen Abbau des Wirkstoffs im Körper kann dieses Medikament daher gezielt bei vorzeitigem Samenerguss eingesetzt werden.

Beim vorzeitigen Samenerguss, der auch von der Weltgesundheitsorganisation WHO als Erkrankung mit hohem Leidensdruck klassifiziert wurde, leiden sowohl die betroffenen Männer als auch die Partnerinnen an der sexuellen Funktionsstörung.

Als Auslöser für die Erkrankung nimmt man einen Mangel des Botenstoffs Serotonin an, die genauen Ursachen sind derzeit allerdings noch nicht restlos geklärt. Derzeit nimmt man an, dass die Störung durch ein neurobiologisches Phänomen ausgelöst wird.

In der Vergangenheit dachte man, dass psychische Probleme der Grund für den vorzeitigen Samenerguss sind, mittlerweile werden diese seelischen Belastungen eher als Folge der sexuellen Störung angesehen.

Wichtig ist, diese Erkrankung ernst zu nehmen und den Facharzt zu konsultieren, um den Leidensdruck zu reduzieren. Durch gezielte therapeutische Maßnahmen ist die mittlerweile möglich und der vorzeitige Samenerguss gut behandelbar.

Ebenso wie bei PDE-5_Hemmer, die bei erektiler Disfunktion eingesetzt werden, müssen die Kosten des Medikaments allerdings privat getragen werden, da die Kassen die Kosten dafür nicht übernehmen.